„Wir wissen zu wenig, um wichtige Marktsignale zu ignorieren“
Smart Investor im Gespräch mit Daniel Haase, Vorstand beim Hamburger Vermögensverwalter HAC, über den Investmentansatz des Marathon Stiftungsfonds
Smart Investor im Gespräch mit Daniel Haase, Vorstand beim Hamburger Vermögensverwalter HAC, über den Investmentansatz des Marathon Stiftungsfonds
Im Vergleich zum Vormonat hat das Fondsmusterdepot 2,4% gewonnen; der MSCI World EUR konnte in diesem Zeitraum um 1,1% zulegen. Rückenwind lieferten vor allem Edelmetallminenfonds wie der Commodity Capital Global Mining (WKN: A0YDDD; +10,8% auf Monatssicht) und der Stabilitas Silber+Weissmetalle (WKN: A0KFA1; +6,6% im Vergleichszeitraum). Das Schlusslicht bildete der Medical BioHealth (WKN: 941135; -6,2% zum Vormonat), der unter der Schwäche des US-Dollar gegenüber dem Euro gelitten hat. Wir überlegen, weiter Liquidität abzubauen und eventuell in einen europäischen Nebenwertefonds zu investieren.
Es gibt Marktbeobachter, die sagen, dass seit der großen Finanzkrise 2008/09 wertorientiertes Investieren nicht mehr funktioniert. Wir glauben das nicht. Anleger investieren momentan in Large Caps mit starkem Wachstum und deutlichem Momentum. Für uns ist klar, dass wieder ein Marktumfeld kommt, das beispielsweise günstig gepreisten Nebenwerten deutlichen Rückenwind verleiht. Irgendwann ist einfach der Bogen überspannt und Anleger werden sich fragen, ob es nicht auch andere Opportunitäten gibt als Techwerte aus den USA.
Um 23% auf 269,3 Mrd. EUR legten nachhaltige Geldanlagen in Deutschland im vergangenen Jahr zu (FNG-Marktbericht 6/2020). Allerdings sind dies immer noch lediglich 5,4% am Gesamtfondsmarkt. Dabei gibt es neben den bekannten Bereichen wie erneuerbare Energien bisher wenig beachtete Sektoren, die für Investoren in einem dynamischen Anlageuniversum zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ein Beispiel, das gleichzeitig unter dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft vermehrt in den Fokus rückt, ist die Abfallwirtschaft. Abfall ist jährlich für 1,6 Mrd. Tonnen CO2 verantwortlich, was rund 5% der weltweiten Emissionen entspricht. Ein besseres Verständnis für dieses Geschäftsfeld dürfte sich als Treiber für eine Neubewertung dieses Sektors erweisen, zumal sich hohe Markteintrittsbarrieren positiv auf die Performance und die Preismultiplikatoren auswirken.
Im Alter von 14 Jahren „investierte“ ich meine gesamten Ersparnisse von seinerzeit 2.500 DM in sechs deutsche Standardaktien. Mein wichtigstes Auswahlkriterium bestand in der kühnen Annahme, dass diese Unternehmen in der näheren Zukunft wohl nicht bankrottgehen würden. Zu geringe Risikobereitschaft oder gar Zweifel an den eigenen Fähigkeiten konnte mir damals wirklich niemand vorwerfen. Der Aktienmarkt war in den 1990er-Jahren überaus freundlich zu Börsenbullen, größere Lektionen in Demut sparte er sich für die folgende Dekade auf. Entsprechend lange dauerte es, bis ich begriff, dass eine der schwierigsten Aufgaben im Leben nicht un -bedingt darin besteht, wohlhabend zu werden, sondern vielmehr darin, wenn man es einmal geschafft hat, es unter allen Umständen zu bleiben. Aus dieser Perspektive betrachtet kommt es weniger darauf an, die höchste Performance zu erzielen, sondern darauf, in möglichst vielen vorstellbaren Zukunftsszenarien das eigene Vermögen und die damit verbundene persönliche Freiheit weitgehend zu erhalten. Das wird eine zunehmend anspruchsvolle Aufgabe. Möglicherweise ist es dabei von Vorteil, wenn man selbst schon einmal einen Systemzusammenbruch erlebt hat und ihn sich deshalb grundsätzlich leichter als andere vorstellen kann.
Erträge maximieren und Drawdowns minimieren – so lässt sich das Ziel vermögensverwaltender Fonds vereinfacht beschreiben. Doch das Rundum-sorglos-Paket verlangt mittlerweile mehr als die Mischung von Aktien und Bonds: Anleihen hoher Bonität etwa bieten keine Renditen, dafür aber erhebliche Kursverlustrisiken. Liquid Alternatives und Absolute-Return-Konzepte haben während des Corona-Crashs im Frühjahr und der darauffolgenden Erholung die Erwartungen oft nicht erfüllt. Vielmehr bewahrheitete sich das Bonmot von Warren Buffett: „Man sieht erst, wenn die Ebbe kommt, wer die ganze Zeit über ohne Badehose geschwommen ist.“
Diese zukunftsorientierten Trends und Geschäftsmodelle adressiert der Assetmanager BANTLEON im Fonds mit dem Namen BANTLEON Changing World, der in Aktien und Anleihen investiert. Dabei sucht das Fondsmanagement nach Titeln, die auf die wichtigsten Zukunftstrends setzen, u.a. den demografischen oder den digitalen Wandel. Dazu gehören auch Megatrends wie autonome Systeme oder Elektromobilität ebenso wie Basisinfrastruktur mit erneuerbarer Energie, Kommunikation, Transport und Wasser.
Polach: Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir einen einseitigen Fokus auf prozyklische Modethemen vermeiden. Aktuell kommt es mir so vor, dass die ganze Anlegerwelt nur noch Technologieaktien und -fonds kauft. Wir investieren auch in Technologie, aber nicht nur – denn es gibt mehr Chancen auf der Welt. Wie schnell die Sektoren wechseln, zeigt der Blick in die Vergangenheit. Vor einigen Jahren stand das Thema Biotech im Vordergrund und vor dem Abgasskandal waren Autowerte die Lieblinge.
Endlich, die Ferienzeit ist da! Die schönste Zeit des Jahres hat begonnen. Aber gilt dies auch in diesem bislang doch sehr ungewöhnlichen Jahr? Und vor allem: Was machen die Börsen in diesem Sommer? Die anstehenden Ergebnisse für das zweite Quartal dürften größtenteils katastrophal ausfallen. Die Corona-Krise fordert ihren Tribut.
Kaum ein Thema bereitet den Marketingabteilungen der Fondsindustrie derzeit mehr Kopfzerbrechen als der Umgang mit dem englischen Akronym ESG. Dabei geht es um Umwelt-, Sozial- und Wohlverhaltensregeln für Unternehmen.