Sicherer Hafen

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Dollar im Krisenmodus

Lieferschwierigkeiten bei Gold

In einem Markt, der die Inflation wieder fürchtet, der Krieg an Europas Ostflanke erlebt, eine Blockade Taiwans für vorstellbar hält, zudem eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen Iran und den USA registriert. In einem solchen Markt glänzt Gold. Anlegern gilt das Edelmetall als sicherer Hafen. Smart Investor empfiehlt Gold seit langem als Grundposition in einem diversifizierten Depot, wie auch unser Cover aus dem Jahre 2009 zeigt. Und nun das:

In der Presse wird darüber spekuliert, ob in London, einem der Zentren des weltweiten Goldhandels, „eine Erschöpfung der leicht verfügbaren und lieferbaren Goldvorräte“ zu bemerken ist, welche „in direktem Zusammenhang mit der gestiegenen Nachfrage der Zentralbanken“ steht. So formuliert es der Edelmetallexperte Craig Hemke in der aktuellen Ausgabe des Smart Investor. Tonnenweise soll Gold aus London in die USA transportiert werden. Es komme zu Auslieferverzögerungen beim physischen Gold. Man spricht von vier bis sechs Wochen. Nicht nur Zentralbanken kaufen, auch private Anleger greifen zu und treiben den Goldpreis auf immer neue Höhen.

Genauso bemerkenswert, vielleicht sogar noch spannender für Renditejäger mit einem Sinn für die Vorteile von Edelmetall, könnte jetzt eine Anlage in Silber sein. Für eine Unze Gold bekommt man derzeit immerhin rund 90 Unzen Silber. Der langfristige Verhältnis-Durchschnitt liegt nur beim Faktor 60. Experten sehen von daher Nachholbedarf beim Silberkurs und historisch betrachtet ist es häufig so, dass der Silberpreis dem Goldpreis nachläuft. Infos aus erster Hand: Smart Investor Chefredakteur Ralf Flierl ist am Freitag bei einer Firmenpräsentation des kanadischen Edelmetallbergbauunternehmens Fortuna Mining (WKN: A40CFY), welches sehr stark im Bereich Silber tätig ist. Ein Bericht folgt.

Weltleitwährung unter Druck

Die US-Währung erleidet derzeit einen Vertrauensverlust. Der Dollar wertet in den letzten Wochen gegenüber anderen großen Währungen – wie dem Euro – markant ab. Grund ist auch die Zollpolitik von Donald Trump. Heute Abend gegen 22:00 Uhr wird der US-Präsident vor die Presse treten und seine neuesten Zollpläne verkünden. Anleger und Händler wissen nicht, was er sagen wird. Fast noch schlimmer ist, dass sie auch nicht sicher sein können, dass seine abendlichen Aussagen lange gelten werden. Womöglich werden morgen bereits neue US-Zölle geplant oder gerade verkündete modifiziert … Das mag alles Taktik von Donald Trump sein. Der Deal-Maker will vermeintliche Handelsgegner – Europäische Union, China – maximal verunsichern. Aber er verunsichert damit auch die Märkte. Investoren ziehen Kapital aus den USA ab, schichten um in Gold (siehe oben) und europäische Aktien.

Die Position des US-Dollars als Weltleitwährung ist noch nicht in Gefahr. Vor allem aus Mangel an Alternativen. Der chinesische Yuan ist zu unbekannt. Der Euro hat in den 25 Jahren seiner Existenz nie die nötige internationale Reputation aufbauen können. Australische oder kanadische Dollar, dänische und norwegische Krone können die US-Währung als Reservestandard ebenfalls nicht ersetzen, obwohl es Währungen stabiler Staaten sind; die genannten Volkswirtschaften sind zu klein, um Dollar-Kapitalmassen zu absorbieren. Für Investoren, die davon ausgehen, dass der Dollar weiter unter Druck stehen wird, bleiben als Alternativen wohl doch vor allem Edelmetalle und Aktien – derzeit aus Europa.

Commerzbank läuft

Während europäische Rüstungswerte eine spektakuläre Hausse erleben, die womöglich gerade in eine Übertreibungsphase mündet, werden Bankaktien von der Breite der Anleger derzeit weniger beachtet. Die Commerzbank (WKN: CBK100; akt. Kurs: 22,16 EUR) kann einen Blick wert sein. Deutschland, das wirtschaftliche stärkste Land der Europäischen Union, hat die Schuldenbremse gelöst, Experten rechnen mit steigendem Druck an der Zinsfront. Von höheren Zinsen profitieren Banken und schon im Vorwege treibt die Erwartung der Möglichkeit steigender Zinsen den Kurs der Commerzbank-Aktie. Höhere Zinsen ermöglichen es der Bank, höhere Margen zu erreichen. Außerdem sollte die staatliche Kreditaufnahme die Konjunktur beleben, was Bankgeschäften ebenfalls Auftrieb gibt. Natürlich sind das nur Annahmen und Erwartungen, aber davon lebt der Markt – und der Aktienkäufer verdient, wenn er mit seiner Annahme richtig liegt.

Die Aktie der Commerzbank ist jetzt aus einer mehrwöchigen Euphorieperiode zurückgekommen, da die Koalitionsverhandlungen in Berlin doch schwieriger verlaufen als erhofft. Sollte es mit der Regierungsbildung klappen, dann könnte der mittelfristige, von durchaus bescheidenem Konjunkturoptimismus getriebene Aufwärtstrend wieder aufgenommen werden. Gestützt wird der Aktienkurs der Bank durch das bekannte Vorhaben der Unicredit, weitere Commerzbank-Aktien zu erwerben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Unicredit die Erlaubnis gegeben, ihren Anteil an der Commerzbank bis auf 29,9% aufzustocken.

Zu den Märkten

Der Absacker an den amerikanischen Börsen seit Februar ist noch nicht das Ende vom Lied. Begünstigt von der unberechenbaren Politik Donald Trumps erwarten wir bei Smart Investor eine weitere Korrektur von 10-20% der wichtigen Börsenindizes – insbesondere bei den Werten, die im letzten Jahr eine enorme Übertreibung erfahren haben. Besonders betroffen könnten also vor allem die erfolgsverwöhnten Technologieaktien sein. Diese Einschätzung deckt sich mit der Analyse von Dietrich Denkhaus, die mithilfe der Elliott-Wellen-Theorie auf die kommende Marktentwicklung hinweist. Eine detaillierte Darstellung dieser Analyse finden Sie in unserem neuen Heft 4/2025. Zusätzlich könnten zyklische Faktoren eine Rolle spielen: Der bekannte Spruch „Sell in May“ deutet darauf hin, dass die Sommermonate traditionell schwächer ausfallen könnten, was für weitere Rücksetzer spricht.

Eine positive Sonderrolle nimmt der hiesige DAX ein, der sowohl von seiner niedrigen Bewertung als auch von den umfangreichen Investitionen der zukünftigen Bundesregierung in spe profitiert. Dies könnte dem deutschen Leitindex einen gewissen Vorteil verschaffen und womöglich vor einem deutlichen Abrutschen schützen.
Auch der Rohstoffmarkt steht in diesen Zeiten im besonderen Fokus. In unserer April-Ausgabe gehen wir intensiver auf die Entwicklungen bei Gold und Öl ein. Eine detaillierte Zustandsbeschreibung zu Uran finden Sie folgend in der Rubrik Musterdepot, da wir in einigen Uran-Titel investiert sind und die Marktentwicklung in diesem Bereich entsprechend genauer beobachten.

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Deutsche Dividendentitel: heute Airbus SE

Rüstungsaktien, darunter ebenso die von Airbus SE (WKN: 938914; akt. Kurs: 162,82 EUR), verzeichnen derzeit einen famosen Aufschwung, da die EU und ihre Mitgliedstaaten Milliarden von Euro in die Aufrüstung investieren. Airbus arbeitet zusammen mit Dassault an einem neuen Superjet, der die Fähigkeiten des Tornados, Eurofighter und F-35 vereinen soll – dieser wird jedoch frühestens 2040 verfügbar sein. Neben der militärischen Entwicklung konzentrieren sich die Münchner zudem auf zukunftsträchtige Projekte in der zivilen Raumfahrt, darunter eine Landeplattform für den Mars-Rover sowie die Gründung eines Satelliten-Unternehmens in Kooperation mit Thales und Leonardo.

Trotz dieser spannenden Innovationen bleibt Airbus‘ Hauptgeschäft nach wie vor der Bau von Verkehrsflugzeugen, der die größten Einnahmen bringt. Da Konkurrent Boeing seit geraumer Zeit mit Pannen und Qualitätsproblemen zu kämpfen hat, zieht man auch in dem Bereich mehr neue Aufträge an Land. Die Dividendenrendite beträgt aktuell „nur“ 1,84%, was der beeindruckenden Kursrally geschuldet ist. Allerdings spricht einiges dafür, dass die Dividende aufgrund der guten Auftragslage und einer Menge Zukunftsfantasie weiter stetig erhöht werden könnte. Airbus hat seine Ausschüttung lediglich in den Corona-Jahren 2020 und 2021 ausgesetzt, was die Aussicht auf gesicherte Dividenden in den kommenden Jahren zusätzlich stärkt. Wer am 24. April 2025 in den Genuss der einjährigen Gewinnausschüttung kommen möchte, sollte sich die Aktie bis zum Ex-Datum 22. April 2025 ins Depot legen.

Musterdepots & wikifolio

In der Rubrik Musterdepots & wikifolio finden Sie diesmal eine etwas ausführlichere Kommentierung zu unserem Musterdepot. Im Musterdepotbereich können Sie sich durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen. Um diesen Bereich lesen zu können, müssen Sie Abonnent des Smart Investor Magazins sein und sich auf der Smart-Investor-Website einloggen. Sollten Sie Ihr Passwort vergessen haben, fordern Sie bitte ein neues bei abo@smartinvestor.de an.

Fazit

Donald Trump bringt alles durcheinander, so auch die Börsen. Unsere Langzeitempfehlung Gold entwickelt gerade eine große Dynamik, was nicht zuletzt dafürspricht, dass eine gewisse Unwucht im Finanzsystem herrscht. Vermutlich werden wir in den nächsten Wochen und Monaten weitere Neuigkeiten bekommen. Per Saldo spricht das für steigende Edelmetallpreise.

Wir wünschen abschließend viel Vergnügen beim Lesen der aktuellen Ausgabe unseres Heftes, die am letzten Wochenende erschienen ist.

Ralf Flierl, Frank Sauerland

 

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Die Charts wurden erstellt mit stock3 und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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